Willkommen zurück

Hurra! Hurra! Miriam ist wieder da!

Ich hoffe, dass sich so eure Freudensrufe anhören, denn es stimmt: ich bin wieder zurück in der Niederlande. Ich war ganze 3 Monate und 14 Tage weg, zusammengerechnet also 105 Tage!

Was habe ich während der Coronakrise gemacht?

In der Zwischenzeit war ich zuhause. Es war ein sehr seltsames Gefühl, so früh wieder zuhause zu sein. Richtig schade fand ich es, dass die ganzen Dinge, die ich mir vorgenommen hatte, nicht mehr machen konnte. Ob und wann ich diese Events nachholen kann, steht noch in den Sternen.

Doch zuhause gab es noch ein weiteres Problem: meine Mutter hatte im Februar einen thailändischen Austauschschüler aufgenommen, der bis Ende Juni bei uns wohnen bleiben sollte. Und zwar in meinem Zimmer. Seine Organisation hatte ihm die Entscheidung frei gelassen, ob er zurück wollte oder nicht, aus diesem Grund blieb er vorerst in Deutschland.

Mein Zimmer war also besetzt, also schlief ich die ersten anderthalb Monate im Zimmer meines Bruders oder bei meinem Freund. Das war so seltsam, zuhause zu sein und nicht in sein eigenes Zimmer zu können!

Im Mai flog er jedoch verfrüht zurück, weil er merkte, dass es ihm nichts bringt, jetzt noch länger in Deutschland zu bleiben. Also hatte ich mein Zimmer endlich wieder!

Leider war es mir in meinem Projekt nicht möglich, weiter im Homeoffice für sie zu arbeiten. Bei Behinderten geht das nun mal nicht. Ich habe versucht, weiter Kontakt zu halten. Nebenbei habe ich mich nach einer Möglichkeit umgesehen, mich weiter zu engagieren. Also für ältere Menschen einkaufen gehen, einen kleinen Minijob finden,…

Doch Fehlanzeige. Ich sah schon bei anderen Menschen, dass sie es schwierig hatten, einen Minijob zu finden. Ich habe mich bei vielen Webseiten angemeldet, die eine Möglichkeit des Engagements versprachen, aber vieles war einfach auf größere Städte als Neuruppin, meine Heimatstadt, ausgerichtet.

Irgendwie war mir das dann aber doch zu blöd, einfach NICHTS zu machen. Ein paar Tage oder Wochen, okay, aber so gar nichts? Also habe ich mich intensiv damit beschäftigt, was im Studium auf mich zu kommen wird. Und das war spitze! Hätte ich letztes Jahr schon angefangen zu studieren, wäre ich längst nicht so vorbereitet wie jetzt. Ich habe mich schon beworben für Studiengänge und Studentenwohnheime, weiß, wann ich BAföG beantragen muss und was im Studium absolut wichtig ist. Das Studium kann kommen!

Ansonsten habe ich noch meine Haare ausfetten lassen. Das bedeutet, dass ich sie mir nur einmal pro Woche gewaschen habe, sodass sie sich daran gewöhnen, nicht mehr so schnell fettig zu werden. Wann wäre eine bessere Zeit dafür gewesen als in der Coronakrise, wo mich eh keiner gesehen hat?

In den letzten paar Wochen, als es schon einige Lockerungen gab, habe ich dann auch mal wieder die Chance ergriffen, ein paar Freunde zu sein sowie eine kleine Reise in den Harz zu machen. Das war richtig schön!

ASF

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste war es natürlich auch nicht egal, dass wir zurück mussten. Zwar konnten sie uns leider nicht mehr bezahlen, aber für Beschäftigung wurde viel gesorgt. Einmal pro Woche haben wir uns über Zoom mit unserer Ländergruppe ausgetauscht.

Dabei haben wir darüber geredet, wie es uns geht und ob und wann wir wieder zurück dürfen, aber auch kleine Miniseminare veranstaltet, indem wir über das ASF-Jahresthema LGBTQ Vorträge gehalten haben.

Wann kann ich wieder zurück?

Ab dem 15. Juni war dann klar, dass einige von uns wieder zurückdürfen. Leider können alle ASF-Freiwilligen aus der USA, Israel, Russland und Weißrussland nicht zurückkehren. Auch einige Freiwillige aus meiner Ländergruppe können nicht in ihr Projekt zurück, weil ihre Projekte keine Arbeit oder kein Geld mehr für die Freiwilligen haben. Ich habe großes Mitleid mit ihnen, bin dafür aber umso dankbarer, noch einmal für zwei Monate zurückkehren zu dürfen.

In der Ark haben sich in der Zwischenzeit auch einige Dinge stark verändert. Die Behinderten, welche von außerhalb kamen und nicht in der Ark wohnten, durften während der Krise nicht arbeiten kommen. Seit Mitte März wurde für sie eine andere Lösung geschaffen: erst zwei, dann fünf Tage pro Woche kommen sie jetzt ins Hofstee (wo ich wohne), um hier zu arbeiten.

Das ist natürlich auch für uns Freiwillige eine andere Situation, denn schließlich wohnen wir hier, während hier nun auch gearbeitet wird. Doch da ich vier Tage pro Woche sowieso in der Ark arbeite, werde ich den fünften Tag hier auch aushalten. Während dieser Zeit dürfen wir uns unten nichts kochen, da es die Behinderten stören könnte. Ich denke, dass es aber aushaltbar ist. Einmal pro Woche wird zum Mittagessen bestimmt ein Brötchen oder etwas anderes ungekochtes reichen.

Wir haben auch einen neuen Stundenplan bekommen, mit dem ich eigentlich ganz zufrieden bin. Von Dienstag bis Freitag arbeite ich im Kunstatelier mit den Behinderten und einmal pro Monat am Wochenende. Was wir leider nicht mehr haben, sind Urlaubstage. Das hat mich am Anfang wirklich geärgert, denn schließlich können mein Mitfreiwilliger und ich nichts dafür, dass wir nach Deutschland zurück mussten. Aber für die zwei Monate wird es bestimmt gehen.

Willkommen zurück!

Am folgenden Dienstag werde ich das erste Mal wieder arbeiten gehen. Ich bin gespannt, was sich dort alles verändert hat und ob mein Niederländisch noch gut genug ist. Wünscht mir Erfolg!

all the love, miriam. ❤

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Welcome back

Hurray! Hurray! Miriam is back!

I hope that this is how your cries of joy sound, because it is true: I am back in the Netherlands. I was away for 3 months and 14 days, so 105 days altogether!

What did I do during the corona crisis?

In the meantime, I was at home. It was a very strange feeling to be home so early. It was a real pity that I couldn’t do all the things I had planned to do. If and when I can make up for these events is still unclear.

But at home there was another problem: my mother had taken in a Thai exchange student in february who was supposed to stay with us until the end of june. And that was in my room. His organization had left it up to him to decide whether he wanted to go back or not, so he stayed in Germany for the time being.

My room was occupied, so I slept the first month and a half in my brother’s room or at my boyfriend’s. It was so strange to be at home and not be able to go to your own room!

I was sadly not able to continue working for the Ark in my home office. With handicapped people this is just not possible. I tried to keep in touch. At the same time I was looking for a possibility to engage myself socially. So shopping for elderly people, finding a little mini-job, …

I found nothing. I’ve seen other people have a hard time finding a mini-job. I registered with many websites that promised a possibility of engagement, but many things were simply aimed at bigger cities than Neuruppin, my hometown.

Somehow it was just too stupid for me to do NOTHING. A few days or weeks, okay, but nothing like that? So I worked really hard on what I was gonna get in college. And that was great! If I had already started studying last year, I would not have been as prepared as I am now. I have already applied for courses of studies and student residences, I know when I have to apply for money and what is absolutely important in studying. The studies can come!

Otherwise I let my hair grease out. This means that I washed them only once a week so that they get used to not getting greasy so quickly. When would have been a better time for that than during the corona crisis, when nobody saw me anyway?

In the last few weeks, when there was already some loosening up, I took the chance to meet a few friends again and to make a little trip to the Harz mountains. That was really nice!

ARSP

Action Reconciliation Service for Peace of course it was also important that we had to go back. Unfortunately they could not pay us any longer, but they provided a lot of things to do in the mean time. Once a week we exchanged ideas with our country group via Zoom.

We talked about how we are doing and if and when we are allowed to go back, but we also organized small mini-seminars by giving talks about the ASF annual theme LGBTQ.

When can I come back?

From June 15th it was then clear that some of us would be allowed to return. Unfortunately all ASF volunteers from the USA, Israel, Russia and Belarus cannot return. Also some volunteers from my country group cannot return to their project because their projects have no work or money for the volunteers. I feel very sorry for them, but I am all the more grateful to be able to return for another two months.

Some things have changed a lot in the Ark in the meantime. The disabled people who came from outside and did not live in Ark were not allowed to come to work during the crisis. Since the middle of march, a different solution has been created for them: first two, then five days a week they now come to Hofstee (where I live) to work.

Of course, this is a different situation for us volunteers as well, because after all we live here while people are working here now. But as I work four days a week in the Ark anyway, I will also endure the fifth day here. During this time we are not allowed to cook anything downstairs, as it might disturb the disabled. But I think it is bearable. Once a week for lunch, I’m sure some bread or something uncooked will do.

We also got a new timetable, with which I am actually quite satisfied. From Tuesday to Friday I work in the art studio with the disabled and once a month on weekends. What we unfortunately don’t have anymore are holidays. That really annoyed me at the beginning, because after all, my fellow volunteer and I can’t help that we had to go back to Germany. But for the two months it will definitely work.

Welcome back!

The following tuesday I will go back to work for the first time. I’m curious what has changed there and if my Dutch is still good enough. Wish me success!

all the love, miriam. ❤

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