Meine Reise nach Auschwitz/Oświęcim und Krakau im Juli ’19

Ich wollte mir schon immer die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz in Polen ansehen. Seitdem ich gemerkt habe, dass mich die Geschichte des Nationalsozialismus interessiert und ich schon die KZ in Sachsenhausen und in Dora besichtigt hatte, wuchs in mir der Wunsch, einmal das berüchtigste KZ besuchen zu dürfen. Obwohl ich Angst vor dem hatte, was ich sehen würde, wusste ich, dass ich es sehen muss, um verstehen zu können.

Meiner persönlichen Meinung nach sollte auch jeder Deutsche mindestens ein Konzentrationslager besucht haben, um sich mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Nicht weil man persönlich Schuld an dem Geschehen hat, denn ändern kann man das leider nicht mehr. Man kann nur noch daraus lernen und dafür sorgen, dass es nie wieder passiert.

Aber erst einmal von Anfang an: im Januar auf dem Auswahlseminar von Aktion Sühnezeichen erfuhr ich, dass Gedenkstättenfahrten angeboten werden würden. Mir war sofort klar, dass ich diese Chance ergreifen musste, denn sonst hätte sich wohl kaum in nächster Zeit die Gelegenheit ergeben.

Des Weiteren fand ich es gut, wie die Reise organisiert werden würde. In einer Gruppe von 25 Teilnehmern und drei Begleitpersonen würden wir nicht nur die Gedenkstätte besuchen, sondern auch in Seminaren und Workshops uns mit unseren Bedenken und der Geschichte auseinandersetzen. Somit beruhigte es ein wenig, das Ganze mit anderen besprechen zu können, deren Gedanken vielleicht ähnlich waren. Um aber die Reise nicht nur mit negativ besetzten Erinnerungen abzuschließen, würden wir abschließend noch für zwei Tage Krakau besuchen, welches mir von vielen verschiedenen Menschen als sehr schön beschrieben worden war.

Am Sonntag, den 21.07., musste ich dann also bereits schon früh morgens meine Reise antreten, da ich mit dem Bus von Berlin aus schon sieben Stunden nach Kattowice fahren musste, von wo wir abgeholt und in unsere Unterkunft, die Jugendbildungsstätte in Oświęcim gebracht wurden.

Was ich gleich am ersten Abend erfuhr, ist, dass die Bewohner des Ortes großen Wert darauf legen, dass die Stadt den polnischen Namen Oświęcim trägt. Der deutsche Name Auschwitz wird nur noch für die Gedenkstätte verwendet.

Am Montag war noch Vorbereitung auf den eigentlichen Besuch an den darauffolgenden Tagen geplant. Wir erhielten also eine Stadtführung, um neben den allseits bekannten Fakten auch etwas über die Stadt neben dem Nationalsozialismus, also vorwiegend vor dem Zweiten Weltkrieg, zu erfahren. Außerdem besuchten wir eine jüdische Synagoge, welche die einzig noch erhaltene von etwa 20 war. Warum aber gerade diese erhalten geblieben ist, weiß bis heute keiner so genau.

Auch lernten wir, dass nicht nur die Juden im Zweiten Weltkrieg viel Schaden davon getragen hatten. Eine Ausstellung über Roma erzählte von der Vorgeschichte der Volksgruppe, welche bereits immer einen besonderen Platz in der Gesellschaft eingenommen hatten. Und anders als die Juden, welche nach dem Weltkrieg der Opferstatus zugesprochen wurde und Entschädigungszahlungen erhielten, blieben sie leider oft leer aus.

Am Nachmittag hatten wir noch Einführungsseminare, um uns etwas mit der polnischen Sprache und der Vorgeschichte des Weltkrieges vertraut zu machen. Ebenso erhielten wir die Möglichkeit, Ängste, offene Fragen oder Ideen für Gedenken zu äußern.

Dienstags ging es dann in die Gedenkstätte. Ich glaube, man hat uns allen die Anspannung, aber gleichzeitig auch die Neugier angesehen. Das Wetter war eher regnerisch und bewölkt, was schon vor dem Betreten des KZ dafür sorgte, dass zumindest ich mich in einer seltsamen Stimmung befand.

In der Gedenkstätte sah es dann aus, wie ich es ungefähr erwartet hatte. Über dem Eingang hing das Schild ‚Arbeit macht frei‘, welches von vielen fotografiert wurde.

‚Arbeit macht frei‘
Fakten über das Konzentrationslager Auschwitz

Des Weiteren sah man viele Baracken, welche aus Stein gebaut waren. An den Wegen standen große Bäume. In unserer Führung wurden wir durch verschiedene Blöcke geführt. Block 6 und 7 waren mehr wie ein Museum eingerichtet, in dem man sich informieren konnte. An den Wänden hingen zahlreiche Bilder von ehemaligen Häftlingen. Mir persönlich fiel es schwer, die Blicke teilweise zu ertragen. Man sah die Angst in den Augen und die Hoffnungslosigkeit. Auf einigen Gesichtern konnte man auch Spuren von Gewalteinwirkung erkennen.

Block 11, bekannt als der Todesblock, war noch original erhalten geblieben, sodass man durch Glastüren einen Einblick in das Lebensumfeld der Häftlinge werfen konnte. Wenn man die Zahlen von Häftlingen hörte, die dort in diesen Baracken untergebracht waren, schien es unglaublich, sich das vorstellen zu können.

Die Schlafmöglichkeiten zu Anfang
Später dann auch Betten

Diese Führung war bereits sehr bewegend. Man wusste zwar, worauf man sich eingestellt hatte, aber es in echt zu sehen, war dann immer noch mal etwas ganz Anderes.

Nachmittags erhielten wir die Möglichkeit, uns selbstständig umsehen zu dürfen. In vielen der Baracken befanden sich nun Länderausstellungen, sodass fast jeder Freiwillige die Möglichkeit hatte, sein Land in einer der Ausstellungen besuchen zu können.

Natürlich machte ich mich auf den Weg zur Länderausstellung der Niederlande. Es war für mich persönlich sehr gut, dort ohne Begleitung hingegangen zu sein. Ich war nämlich oft viel langsamer als der Rest der Gruppe, was daran lag, dass ich das Bedürfnis verspürte, wirklich jeden einzelnen Text gelesen, jedes einzelne Bild und jeden einzelnen Film aufs Genaueste betrachtet zu haben.

Die Ausstellung empfand ich als sehr informativ und interessant. Natürlich wurde auch Anne Frank als eines der bekanntesten Opfer des Nationalsozialismus eingehend behandelt. Sie überlebte Auschwitz – verstarb dann aber in Bergen-Belsen. Auch viele Einzelschicksale wurden erläutert. Besonders berührend fand ich dieses Gedicht.

‚The platform‘

Am nächsten Tag besichtigten wir Birkenau, welches die Erweiterung des Interessengebietes der SS darstellte. Auschwitz wird deswegen auch oft als Stammlager I bezeichnet.

Birkenau erschien mir auf den ersten Blick riesig. Unsere Führung fing in einem der ehemaligen Wachtürme an, woraus man einen guten Überblick über das Gelände hatte. Viele Baracken standen nicht mehr und man konnte nur noch anhand des Grundrisses erkennen, wo sie gestanden hatten. Und trotzdem – die Eisenbahnschienen, welche direkt bis ins Lager führten, sowie die Geschichten und die vielen noch erhaltenen Baracken, hielten mein Kopfkino ordentlich auf Trab.

Die Bahnschienen bis ins Lager

Wir wurden durch das Lager geführt, sahen Baracken, leere Plätze, wo mal welche gestanden hatten, aber auch Orte des Schreckens, wie Krematorien oder Ascheseen, welche extra dafür angelegt wurden, um dort die Asche der Verstorbenen hineinzuschütten. Aufgrund des starken Gewitters einige Tage vorher konnte man auch Knochenreste erkennen, was nicht wirklich leicht zu ertragen war.

Doch so schlimm es alles klingt – nicht nur mir, sondern auch anderen ging es so, dass der erste Tag in Auschwitz schwerer zu verkraften gewesen war. Nun wusste man, was auf einen zukommen würde und auch wenn man es nicht glauben mag – man war schon innerlich abgestumpft. Man hörte die furchtbaren Zahlen der Toten und konnte sich unter diesen riesigen Nummern nichts vorstellen. Das schöne Wetter trug wahrscheinlich auch seinen Teil dazu bei. Man weiß, wie schlimme Dinge an diesem Ort geschehen sind und doch, die Natur um das Gelände wirkte fast idyllisch.

Wen es interessiert, für den habe ich die für mich unbekanntesten/spannendsten/schockendsten Fakten zusammengetragen, die ich während meiner Besuche der KZ in Erfahrung gebracht habe:

  • Das Konzentrationslager wurde am 14. Juni 1940 mit dem ersten Sträflingstransport gegründet, welche die ersten Baracken erbauen mussten. Zuvor waren jedoch bereits Berufsverbrecher aus Sachsenhausen nach Auschwitz deportiert wurden, welche als sogenannte ‚Kapos‘ über die anderen Häftlinge bestimmten und teilweise sogar brutaler als die eigentlichen Aufseher waren.
  • Von den ersten 728 Häftlingen überlebten mehr als 200, da sie sich zu Anfang noch die privilegierten Positionen sichern konnten, in denen man eine höhere Chance hatte, zu überleben. (Ein Beispiel dafür: ‚Der Porträtist‘, siehe Empfehlungen.) 2019 lebte nur noch einer dieser Überlebenden, doch er starb im Juli, gerade während wir uns in Polen aufhielten.
  • Bereits einen Monat nach der Eröffnung entkam ein Häftling. Um bestraft zu werden und die Zahl der Häftlinge zu überprüfen, mussten die Insassen für 19 Stunden auf dem Appellplatz ausharren. Als Strafe dafür sollten zehn Häftlinge aus seinem Block in einer Hungerzelle sterben. Als ein Häftling dafür ausgewählt wurde, schrie er, dass er Frau und Kinder habe und deswegen nicht sterben könne. Aus diesem Grund opferte sich der Pastor Maximilian Kolbe für ihn. Dieser verstarb zwar nicht in der Hungerzelle, wurde aber danach mithilfe einer Injektion getötet. Der gerettete Familienvater überlebte den Krieg und starb 1995.
  • Das Konzentrationslager arbeitete mit dem Gift Zyklon B, welches normalerweise als Schädlingsbekämpfung genutzt wurde. Um die Toten aus den Krematorien zu schaffen, wurden ein paar junge starke Arbeiter ausgewählt, welche das ‚Sonderkommando‘ darstellten. Sie sollten die Toten auf wertvolle Gegenstände untersuchen sowie die Leichen zu den Gräben und später Öfen transportieren.
  • Was mich sehr schockierte, war, dass in den Baracken oft noch zynische Sprüche angeschrieben waren, welche heute auch noch benutzt werden. Beispiele dafür sind: ‚Reden ist Silber, Schweigen ist Gold‘ und ‚Leben und leben lassen‘. Dadurch wurden die Häftlinge bestimmt noch einmal zusätzlich gedemütigt.
  • Einige der ehemaligen Baracken von Birkenau, welche nicht mehr auf dem Gelände der Gedenkstätte stehen, werden heute als Wohnhäuser genutzt.
  • Zwar war mir bekannt, dass Versuche mit Menschen in Auschwitz durchgeführt wurden, das Ausmaß davon war mir allerdings nicht bekannt. Der berüchtigste SS-Arzt war Josef Mengele. Auf bestimmte Experimente möchte ich jetzt nicht eingehen, weil ich sie als zu grauenvoll empfinde. Die Schmerzen der Menschen müssen jedoch unbeschreiblich gewesen sein.
  • Es gab eine strenge Häftlingshirarchie. Am Besten wurden immer noch die arischen Häftlinge behandelt, welche zum Beispiel aus politischen Gründen inhaftiert waren. Am Schlechtesten waren Juden dran. Diese hatten oft nur eine Überlebenschance von wenigen Wochen.
  • Im März 1944 gab es eine Hochzeit im Konzentrationslager. Dem Häftling Rudi Friemel wurde es gestattet, seine Verlobte wohnend in Wien im KZ zu heiraten und eine Hochzeitsnacht mit ihr zu verbringen. Im selben Jahr wurde er wegen Widerstandes gegen die Lagerleitung gehängt.

Ich besuchte auch einmal die Bibliothek, welche sich in der Jugendbildungsstätte befand. Dort lagerten viele Berichte von Überlebenden, aber auch von Tätern. Ebenfalls lagen dort einige Bücher, in die ich hinein gelesen habe. Auch während unserer Touren wurden uns von den Guides einige Bücher empfohlen, welche ich am Ende des Textes zusammengetragen habe.

Am folgenden Tag konnten wir in Gruppenarbeiten noch Fakten zu Themen heraussuchen, die uns persönlich sehr interessierten. Ich war in der Gruppe ‚Das persönliche und soziale Umfeld der Täter‘. Was mir viel aufgefallen war, ist, dass die Gedenkstätte hauptsächlich die Opfer thematisiert. Das ist natürlich auch enorm wichtig, aber die Beweggründe und Hintergründe, wie ein Mensch zu so Grauenvollem fähig sein kann, sind mir immer noch unbegreiflich und deshalb sehr interessant für mich.

Grundsätzlich fanden wir heraus, dass man die Täter nicht als eine große Gruppe sehen und aus diesem Grund nicht verallgemeinern kann. Genauso wie normale Menschen können sie ein liebevolles Verhältnis mit Frau und Kindern geführt haben, aber auch Betrug und Gewalt konnten zu Hause vorkommen. Ebenso wenig kann man die Frauen der Täter schlecht einordnen. Wir lasen von Frauen, die den Häftlingen mal Brot zusteckten, aber auch Frauen, die es tatenlos hinnahmen oder sogar unterstützten.

Am letzten Tag in Auschwitz legten wir Blumen zum Gedenken der Opfer des Holocausts nieder. Das war auf jeden Fall der bewegendste Moment für mich auf dieser Reise. Auch, wenn ich Gott sei Dank noch nie auf einem Begräbnis gewesen bin, fühlte sich das auf jeden Fall wie eines an.

Doch leider muss ich auch sagen, dass es Dinge gibt, die mir von Seiten der Besucher in der Gedenkstätte sehr negativ aufgefallen sind:

  • Während wir Blumen niederlegten, kam eine große Touristengruppe an, welche sich hinter uns stellte, Fotos machte und während der Schweigeminute redete. Auch wenn ich versucht habe, mich davon nicht beeinflussen zu lassen, konnte ich nicht verstehen, wie man so damit umgehen konnte.
  • Ich persönlich finde es sehr unangebracht, vor dem Eingangstor ‚Arbeit macht frei‘, auf den Schienen in Birkenau oder auch an anderen Orten in der Gedenkstätte Selfies zu machen und zu posieren. Das habe ich mehrere Male gesehen und finde es an einem Ort der Trauer nicht passend.
  • Des Weiteren finde ich, dass man keine kleinen Kinder mit zu einem Besuch in die Gedenkstätte nehmen sollte. Oft sind diese nur aufgedreht, laut und gelangweilt und verstehen noch nicht, was dieser Ort für eine Bedeutung hat.
  • Am Schlimmsten fand ich, dass die Baracken in Birkenau, welche ja frei zugänglich waren, von zahlreichen Besuchern beschmiert wurden. An den Betten und Wänden fanden sich zahlreiche Bemerkungen wie ‚2017 – Wir waren hier‘ oder Initialen von Namen sowie Herzen. Mir ist es unbegreiflich, wie man so respektlos damit umgehen kann.

Kommen wir nun zum angenehmeren Teil der Reise: danach ging es für uns in das wunderschöne Krakau. Ich habe ja schon viele positive Dinge davon gehört, aber im Endeffekt war ich wirklich begeistert von der Stadt. Die Architektur gefiel mir total, außerdem gab es in der Innenstadt viele süße Restaurants, die mit Lichterketten verziert waren. Des Weiteren war es sehr grün, es gab überall Bäume und Blumen. Und ein kleines Highlight: mitten in der Innenstadt gibt es Pferdekutschen, welche Touristen einmal auf eine andere Art und Weise die Stadt erkunden ließen. Wir kamen zu der Erkenntnis: eine perfekte Stadt für ein erstes Date 😉

Krakaus Innenstadt

In Krakau hatten wir relativ viel Freizeit, besuchten aber auch das Judenviertel. Inzwischen leben nur noch sehr wenige Juden in Krakau im Vergleich zur Population vor dem Zweiten Weltkrieg. Des Weiteren besuchten wir ein Jüdisches Museum.

Am Samstag ging es dann zurück. Ich hatte eine interessante Woche hinter mir und habe viel gelernt. Aber manche Fragen bleiben mir immer noch im Kopf, welche ich mir wahrscheinlich nicht beantworten kann:

Wie können normale Menschen in der Lage sein, anderen Menschen so etwas anzutun? Wie kann man zum Beispiel ein liebender Familienvater sein und zugleich tausende Kinder anderer Eltern umbringen oder töten lassen?

Wie können manche Menschen so respektlos mit der Gedenkstätte umgehen? Wissen sie zu wenig von der Geschichte oder ist es ihnen schlichtweg egal? Fehlt ihnen die Sensibilität? Oder empfinde ich es nur als so schlimm, weil ich deutsch bin und deswegen sensibilisiert werde?

Und auch: Wie hätte ich mich damals verhalten?

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Empfehlungen

Buchempfehlungen:

  • „Der Junge im gestreiften Pyjama“
  • „Der Tod ist mein Beruf“
  • „Das Tagebuch der Anne Frank“
  • „Leiden und Hoffnung“
  • „Trotzdem JA zum Leben sagen“
  • „Ich befinde mich im Herzen der Hölle“
  • „Ich war Mengeles Assistent“
  • „Das Mädchenorchester in Auschwitz“

Filmempfehlungen:

  • „Schindlers Liste“
  • „Der Junge im gestreiften Pyjama“
  • „Swing kids“
  • „Die Befreiung von Auschwitz“
  • „Der Porträtist“
  • „Die Unsichtbaren“
  • „Die Hoffnung stirbt zuletzt“

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Zum Schluss möchte ich noch ein paar Fotos einfügen, die vielleicht nicht jeder sehen möchte. Wer also weiß, dass er sensibel ist, dem empfehle ich, sich das nicht anzuschauen.

Frau nach der Befreiung
Vergleich Gesundheitszustand vor Auschwitz rechts unten zu nach der Befreiung
Häftlinge, die nach ihrer missglückten Flucht nochmal zur Schau gestellt wurden, ehe sie getötet wurden. Im Hintergrund das Schild ‚Wir sind wieder da‘
Menschen auf dem Weg zum Krematorium
Zeichnung eines Überlebenden

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My trip to Auschwitz/Oświęcim and Krakau in July ’19

I always wanted to see the memorial of the concentration camp Auschwitz in Poland. Since I realised that I am really interested in the history of the national socialism and I also got to visit the concentration camps in Sachsenhausen and Dora, I was wishing to see the most notorious concentration camp. Even through I was scared what I would get to see, I knew, that I had to see it with my own eyes to understand.

Personally I think that every German should at least have seen one concentration camp in their lives to deal with the german history. Not because you are personally guilty, because it is to late to change what has already happened. You can only learn from it and ensure that it will never happen again.

But starting with the beginning: in january, when we had our election seminar from Action Reconciliation Service for Peace (ARSP), I found out that they would organise memorial seminars. I immediately knew that I had to take this chance, because in the sooner future I would not had the chance to do it myself.

In addition I liked how the trip would be organised. In a group of 25 participants and three accompanying persons, we would not only visit the memorial, but also deal in seminars and workshops with our worries and the history. It was calming to talk with others about it who feel very similar. At the end of the trip we would go visit Krakau, which was described as a very beautiful city, to go home after it with more positive thoughts.

On sunday, the 21st of july, we had to start the trip very early, because we would drive by bus from Berlin to Kattowice for seven hours, where we would be picked up and brought in our hostel, the youth education centrum in Oświęcim.

I already learned at the first evening that the inhabitants of the town find it very important that the city is called by its polish name, Oświęcim. The german name Auschwitz is only used for the memorial today.

On monday we did the preparation for the visit on the coming days. We had a city tour to know more about it besides the well-known facts about the second world war. Also we visited a jewish synagogue which was the only one left from 20. Why this one was spared, is still not clear.

Another thing we learned was that not only the jews were victims in the second world war. An exhibition about the roma told the history about the people which had always a special space in the society. Which differenciated them from the jews, was that after the ending of the war, they were not as victims accepted and also many of them did not get any compensation money.

In the afternoon we had some introduction seminars to get to know more about the polish language and also the facts that lead to the outbreak of the second world war. We also had the possability to talk about our fears, questions or ideas how to remember the holocaust the right way.

On thuesday we visited the camp for the first time. I think we all seemed very nervous, but also curious. The weather was rather rainy and cloudy, which caused already before heading in that I was in a strange mood.

In the memorial it looked like how I had imagined it. Over the intrance was the sign ‚Arbeit macht frei‘ (work sets you free), which was photographed by many people.

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‚Work sets you free‘
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Facts about the concentration camp in Auschwitz

In addition we also saw a lot of barracks which were built with stones. On the sides of the ways were a lot of trees. In our guided tour we were guided trough different blocks. Block 6 and 7 were set up like a museum, in which you could get a lot of information. On the walls were a lot of pictures from former prisoners. It was really hard for me to see the look on their faces. You could see the fear and the hopelessness in their eyes. You could even see the signs of violence in some faces.

Block 11 was known to be the death-block. It was preserved, so we had the chance to look through the glass doors into the life conditions of the prisoners. Hearing about the number of prisoners being forced to live there together in these barracks, sounded surreal.

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Sleeping conditions at the beginning
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The sleeping conditions later

This tour was already very emotional. I knew before what I would experience here, but to see it in reality was really something different.

In the afternoon we had the possability to go look at it on our own. In a lot of these barracks were nowadays some exhibitions about certain countries affected by the war, so that almost every volunteer had the chance to learn more about their country in one of these exhibitions.

Of course I went to the exhibition about the Netherlands. It was actually better for me to go there alone. I was often very much slower than the rest of the group, because I was wishing to read every text, see every picture and watch every movie there.

For me was the exhibition very informative and interesting. Of course there was also a part about Anne Frank, one of the most famous victims of the national sozialism. She survived Auschwitz – but died later in Bergen-Belsen. But also a lot of personal fates were explained. This poem was very touching for me.

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‚The platform‘

On the next day we visited Birkenau, which was the extension of the interest area of the SS. Auschwitz is therefore often known as the originating camp I.

Birkenau seemed so big on my first visit. Our guided tour started in one of the former watchtowers, from which you could have a really good oversight over the area. Many barracks did not exist anymore and you could only tell by the base where they were. But nevertheless – the railway tracks, which were going directly into the camp, as well as the stories and the still existing barracks, led my head to have a lot of fantasy.

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The railway tracks heading into Birkenau

We were guided trough the camp, and saw barracks, empty spaces, where barracks had been standing, but also places of horror, like crematoriums or ash lakes, which were only made to put in the ash of the corpses. Because of the thunderstorm a few days earlier we could still see some rest of bones, which was not really easy to bear.

It sounds horrible, but – not only for me, but also the others of the group came to the conclusion that the first day in Auschwitz was harder to bear. We were emotionally prepared and even if you can not believe it – we were kind of emotionally insensitive. We heard about the incredible numbers of dead people, but could not imagine how many people that were. The good weather was also taking part in our moods. We knew how many bad things happened at this place, but still, the nature around the area almost seemed idylically.

If you are interested, I wrote down some facts, that were the most unknown / thrilling / shocking, that I discovered during my visit in the concentration camps:

  • The concentration camp was grounded on the 14th of june 1940 with the first transport of prisoners, who had to built the very first barracks. Earlier were already the professional criminals from Sachsenhausen deported to Auschwitz, which were called ‚Kapos‘. They had to determine about the other prisoners and some of them were even more brutal than the keeper.
  • From the first 728 prisoners survived more than 200, because they had the possability to have the more privileged positions, in which you had a higher chance to survive. 2019 was still one of these survivors living, but the died in july, just at the time when we were in Poland.
  • Already one month after the opening of the concentration camp escaped one prisoner. To punish and to check the number of the prisoners, the inmates had to stay for 19 hours on the appell space. As a punishment were ten prisoners from the block of the escaped prisoner chosen to die in a booth to starve. When one of these prisoners was named, he cried that he could not go in there because he had a wife and also children. Because of that reason the priest Maximilian Kolbe volunteered to die for him. He did not die in the starvation booth, but was later killed by an injection. The saved family father survived the war and died in 1995.
  • The concentration camp worked with the poison Zyklon B, which was normally used as a pest control. To take the corpses out of the crematoriums, some young and strong workers were chosen to be in the ‚special command unit‘. They should investigate the dead and look for valuable things and also transport them to the trenches and furnaces.
  • What really shocked me was that in the Barracks were some zynical quotes hanging, such as ‚Reden ist Silber, Schweigen ist Gold‘ (to speak is silver, to remain silent is gold = means that they are not allowed to speak) or ‚Leben und leben lassen‘ (live and to let live = to not care about the others). It was used to humiliate the prisoners again.
  • Some of the former barracks from Birkenau, which are not on the area of the memorial anymore, are now used as houses to live in.
  • I already knew that there were experiments with humans in Auschwitz, but I did not know about the level of brutality. The most notorious SS-doctor was Josef Mengele. I do not want to explain about the experiments he did. But the pain had to be unbearable.
  • There were a hirarchy among the prisoners. You were treated the best when you were an ‚Arier‘ (=the race that was the only right one for the nationalsocialists), which were imprisoned because of political reasons for example. The worst was it for the jews. The chance to survive was just for a few weeks.
  • In march of 1944 was a wedding in the concentration camp. The prisoner Rudi Friemel was allowed to marry his fiancé who was living in Wien in the concentration camp and to have a wedding night with her. In the same year he was hanged because of resistance against the management of the camp.

I went to the library once, which was also in the youth education centrum, where we stayed. There were a lot of reports from survivors, but also from the offenders. There were also some books, which I started reading there. While having our guided tours, we also got a lot of recommondations for books, which I wrote down at the end of my article.

On the following day we could work in groups on facts about themes that seemed interesting to us. I was in the group ‚The personal and social surroundings of the offenders‘. I realised that the memorial is mainly about the victims. It is of course really important, but the reasons why somebody is able to do something so horrible, is still very incomprehensible for me and therefore very interesting.

We found out that you cannot see the offenders as one homogene group and therefore can not say some general things about them. Same as normal people they were able to have a normal relationship with wifes and childres, on the other hand were some of them also brutal and humiliating at their personal lives. It was also not easy to say something about the positions of the wifes. We read about wives that helped the prisoners by giving them bread, but also women who accepted it or even supported it.

On our last day in Auschwitz we layed down some flowers for the memorial of the victims of the holocaust. That was the most emotional moment for me. I was never on a burial before, but it really seemed like one.

But actually I also have to tell some things that were negative from the visitors of the memorial:

  • While we layed down the flowers, came a big group of touritsts, who were taking photos and talking while we had our silent minute. Even when I tried to not let that influence me, I could not understand how some people were acting at that time.
  • I personally thought it was not the right place to pose for photos, for example at the ‚Arbeit macht frei‘ sign or at the railway tracks in Birkenau. I saw it multiple times and found it not very suitable for a place of grieve and sadness.
  • In addition, I thought it was inappropriate to bring small children. They were often loud or bored and did not understand what meaning this place has.
  • The worst thing was that the barracks in Birkenau where painted by visitors. On the beds and on the walls were a lot of comments like ‚2017 – we were here‘ or initials from names and hearts. It is not understandable for me how someone can be so disrespectful.

Let‘s now talk about the part of the trip which was more pleasant: after that, we visited the beautiful Krakau. I already heard a lot of positive things about the city, but I really liked this city. The architecture was very nice and in the centrum were a lot of sweet restaurants that had beautiful lights on. It was also very green there, everywhere were trees and flowers. A little highlight: in the centrum were some hourse carriages, on which tourists could explore the city on a different way. We decided: it is a nice city for a first date 😉

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The centrum of Krakau

We had a lot of free time there, but also visited the jewisch quarter there. Nowadays are living very few jews in Krakau in comparison to the population before the second world war started. We also visited a jewish museum.

On saturday we left to go home. I really had an interesting week and learned a lot. But I still do have a lot of questions in my mind, which I probably can not answer:

How can normal people be able to do such cruel things to other people? How can for example someone be a loving father but also murder so many other children?

How can some people be so disrespectful with the memorial? Are they not educated enough about the history or do they simply not care? Do they lack of sensitivity? Or do I just think of it as so bad because I am german and are very sensitive?

And also: how would I have acted back then?

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Recommondations

Books:

  • „The Boy in the Striped Pyjamas“
  • „The Diary of a Young Girl“ – Anne Frank
  • „Man’s Searching for Meaning“
  • „I was Doctor Mengele’s Assistant“

Films:

  • „Schindler’s List“
  • „The Boy in the Striped Pyjamas“
  • „Swing Kids“

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At the end I want to show some pictures, that maybe not everyone wants to see. So if you know that you are sensitive, I recommend not looking at them.

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Woman after the liberation
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Comparison between the health condition before (right) and after the concentration camp
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Prisoners, that were caught after trying to flee. They were put on display before they were killed. In the backgroud the sign ‚we are back!‘
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People on the way to the crematorium
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Drawing of a survivor
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